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Vor uralter Zeit soll die schöne, grosse und futterreiche Belalp zwei Brüdern gehört haben. Weil sie wegen der gemeinschaftlichen Abätzung oft miteinander stritten, kamen sie überein, die Alpe zu teilen. Und zwar verabredeten sie, beide Brüder sollten zu gleicher Zeit von Naters abgehen: der eine rechts, der andere links hinauf, und oben sollten sie wieder zusammenkommen. Der Ort, wo die Brüder einander begegnen würden, sollte die Mittelgrenze zwischen den zu teilenden Alpen werden. Beide machten sich laut Verabredung auf den Weg. Der Bruder, der links hinauf über Birgisch ging, handelte redlich und hielt am vorgezeichneten Weg fest. Nicht so der andere. Statt gegen Aletsch hinaufzusteigen, ging er geraden Wegs auf die Belalp und übervorteilte so seinen Bruder, dem er nun in der tiefen Schlucht, ungefähr in der Mitte zwischen Belalp und Nessel, begegnete. So soll diese Alpgrenze gesetzt worden sein. Doch die Teilung befriedigte den betrogenen Bruder nicht. Die Brüder gerieten in heftigen Streit. Beim grossen Stein im Kapan, zuunterst in den Belalpmatten, angekommen, prügelten sie sich so gewaltig, dass beide Brüder sterben mussten. Auf den Stein wurde die Jahreszahl 121 gesetzt, die noch heute zu lesen ist und an diesen Brudermord erinnern soll.
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